Auf gute Nachbarschaft mit Wespen, Bienen, Hummeln & Co

Foto: NABU
Hier labt sich eine Hummel an der Blüte vom Natternkopf (Echium vulgare).
Bei sommerlicher Witterung wird der Naturschutzbund Deutschland (NABU) immer mit Anrufen zu Insektennestern überhäuft. „Dieses Jahr scheinen sich extrem viele Hummeln in frei stehenden Nistkästen einzumieten“, so NABU-Biologe Bernd Ziesmer aus Oldenburg. „Daneben erreichen uns auch Hilferufe, weil sich Wespennester im Hausbereich befinden. In vielen Fällen reichen jedoch ein paar Fakten aus dem Leben dieser Tiere schon aus, um Besorgnisse aus dem Weg zu räumen – etliche Anrufer sind sogar durchaus interessiert, mehr über den speziellen Lebenszyklus von Wespen, Bienen und Hummeln zu erfahren.“
Vielen ist beispielsweise gar nicht bekannt, dass diese Insektenvölker nur wenige Monate existieren. Im Spätsommer schlüpfen die neuen „Königinnen“, die sich nach dem so genannten Hochzeitsflug Reserven für den Winter anfressen, um dann an frostfreien Orten wie Mauerritzen, Holzstapeln oder Dachböden zu überwintern.

Foto: Lindner
Ein Holzstapel im Garten bietet zahlreichen Insekten einen geeigneten Platz zum Überwintern.
Nestbau im Frühjahr
Im Frühjahr erwachen sie dann zu neuem Leben und beginnen an einer geeigneten Stelle den Bau eines neuen Nestes. Alte Nester vom Vorjahr werden nicht wieder besiedelt.
„Selbstverständlich sollten Insektenvölker nicht gestört oder ihre Nester mutwillig zerstört werden. Es ist klar, dass die Tiere dann alles tun, um ihre Brut zu verteidigen“, so Ziesmer. „Mit einem Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern lässt sich in der Regel aber auch mit Wespen und Hornissen auf gute Nachbarschaft für einen Sommer leben.“
Und er erklärt weiter, dass die Tiere von sich aus keineswegs als aggressiv einzustufen sind und Geschichten über die Gefährlichkeit von Hornissenstichen ins Reich der Legenden gehören. Lediglich bei Kleinkindern und Personen mit Allergien gegen Insektenstiche rät er mehr als die übliche Vorsicht an.
Andere Arten wie Wildbienen und Hummeln haben sowieso die Sympathie aller Gartenfreunde auf ihrer Seite – gehören sie doch zu den wichtigsten Blütenbestäubern im Garten. Daher erfragen etliche Anrufer beim NABU, wie sie diesen Tieren im eigenen Garten helfen können.
Heimische Wildpflanzen wichtig für Insekten.
Der NABU erklärt dazu, dass zunächst das Vorhandensein von möglichst vielen heimischen Wildpflanzen, deren Blüten die unterschiedlichsten Insektenarten anlocken, Grundlage für zahlreiche Insektenbesuche im Garten ist. Die Nester werden dann gerne in lockerem Gartenboden oder in Steinhaufen an sonniger Stelle gebaut.
Speziell für Wildbienen, die ihre Eier in Ausfluglöchern von holzbohrenden Insekten ablegen, können vorgebohrte Holzblöcke als Nisthilfen ausgebracht werden. Doch so vielfältig, wie die Insektenwelt selbst ist, so vielfältig sind auch die Anforderungen an Nistplätze. „Und sollten sich Hummeln im Vogelnistkasten ansiedeln, lassen Sie doch einfach die ‚Zwischenmieter’ dort wohnen – im nächsten Jahr zieht dann wieder die Meise ein", rät Ziesmer.
Stand:01.09.2004






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