Gartenpraxis Gartentiere Vögel Wacholderdrosseln verteidigen ihre Brut mit klebrigen Geschossen

Wacholderdrosseln verteidigen ihre Brut mit klebrigen Geschossen


Vier bis sechs Eier legt das Weibchen. Nach zehn Tagen schlüpfen die Jungen.

„Attacke!“ Mit Wacholderdrosseln ist nicht zu spaßen, wenn sich Feinde ihrer Brut nähern. Die ­hübsch gesprenkelten Singvögel brüten meistens in Kolonien. Macht sich eine Krähe oder ein Mäusebus­sard an die Nester heran, erheben die Vogeleltern erst einmal ein gro­ßes Geschrei.

Doch zetern alleine schreckt die Nesträuber nicht ab. Und so besprit­zen die Vögel den Gegner gezielt mit ihrem Kot. In Einzelfällen ist das so wirksam, dass der Eindringling nach einer solchen Attacke völlig verschmiert ist und hilflos und flug­un­fähig am Boden hockt.

„Krammetsvogel“
Wacholderdrosseln stammen ursprünglich aus dem Norden Europas und Asiens. Mittlerweile hat sich ihr Verbreitungsgebiet weiter nach Westen ausgedehnt. Bei uns sind die Vögel inzwischen ganz­jäh­rig anzutreffen. Besuch erhalten sie im Winter von Artgenossen aus Osteuropa und aus nördlichen Gefilden.

Vielen Vogelfreunden ist der hübsche Piepmatz auch als „Krammets­vogel“ bekannt. Der Begriff „Krammet“ ist in einigen Regionen ein umgangssprachlicher Ausdruck für Wacholder.

Ob die Wacholderdrossel nun wirklich gerne Wacholderbeeren frisst (worauf ihr Name schließen lässt), wird inzwischen angezweifelt. Sicher ist, dass sie sich auf ­jeden Fall gerne an den Früchten von Gewöhnlicher Vogelbeere (Sorbus aucuparia), Weißdorn (Crataegus) und Sanddorn (Hippophae) labt.

Zwölf Tage dauert es, bis die Jungen flügge sind. Sie bleiben dann noch drei bis vier Wochen bei den Eltern.



Für Nachwuchs sorgen

Wacholderdrosseln brüten oftmals in Kolonien (s.o.). Im zeitigen Frühjahr bauen die Weibchen aus Pflanzenmaterial und Erde ein Nest hoch im Baum. Innen wird es weich ausgepolstert, damit es der Nachwuchs auch bequem hat. Vier bis sechs Eier legt das Weibchen Ende März/Anfang April.

Nach zehn Tagen schlüpfen die Jungen und sind nach weiteren zwölf Tagen flügge. Doch starten sie nicht gleich in die große weite Welt, sondern bleiben noch ungefähr drei oder vier Wochen bei den Eltern. Eventuell erfolgt bis Juli noch eine zweite Brut.

Früher als Delikatesse geschätzt
Wacholderdrosseln waren früher als Delikatesse sehr begehrt. Mit Hilfe spezieller Rosshaarschlingen (Dohnen) fing man sie auf ihrem Zug ab. Eine Vielzahl heimischer Singvögel verendete qualvoll in diesen Fallen, sodass der Fang bei uns bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch das Reichsvogelschutz­gesetz verboten wurde.

Christiane Breder

 
Die gesprenkelte Brust ist ein markentes Merkmal der Wacholderdrossel

Steckbrief Wacholderdrossel
Wissenschaftlicher Name: Turdus pilaris
Familie: Drosseln (Turdidae)
Merkmale: Rücken und Flügel kastanienbraun; Brust rostgelb, dunkel gesprenkelt; Kopf und Bürzel grau; fast schwarzer Schwanz; Unterseiten der Flügel weiß
Größe: 25,5 cm lang
Gesang: „schack-schack-schack“ oder „terr-terr“
Brutzeit: ab Ende März/Anfang April; evtl. erfolgt noch eine zweite Brut bis Juli
Eier: vier bis sechs, grünlich bläulich mit rotbraunen Flecken
Lebensraum: große Gärten mit Baumbestand, Parks, Feldgehölze, Obstbaumwiesen, lichte Wälder
Nahrung: Insekten, Würmer, Schnecken, Obst
Vorkommen: Teilzieher, im Winter erhalten die bei uns verweilenden Vögel Besuch von Artgenossen aus dem Osten und Norden 


Stand:01.11.2005


Social Bookmarks

Twitter Facebook studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg

Zecken im Garten


Borreliose und Frühsommer-Meningo-
enzephalitis sind die beiden Krankheiten, wegen derer der Stich der Zecke so gefürchtet ist. In Wald und Wiese kann man sich die Plagegeister holen, doch leider auch im Garten. Wie man den Befall eindämmen kann, wie Infektionen vorzubeugen ist und wie eine Erkrankung erkannt wird, lesen Sie hier.
mehr ...

Bienenkiste macht Insektenhaltung kinderleicht


Bestäuber werden in unseren Gärten immer rarer. Doch ohne die fleißigen kleinen Helfer steht es schlecht um unsere Obsternte und um die Vermehrung vieler Pflanzen. Imkerei im klassischen Sinne ist aber ein aufwändiges Hobby. Einfacher geht es mit der Bienenkiste.
mehr ...

Bezugsquellen


Was immer Sie im Garten brauchen - hier finden Sie Ihre Lieferanten
mehr ...

Was liegt an im Obstgarten?


Frisch gepflanzte Obstbäume brauchen besondere Pflege. Damit sie richtig gut einwachsen und ihre ganze Kraft in die Ausbildung neuer Triebe und Wurzeln stecken, werden im ersten Jahr alle Fruchtansätze entfernt. Und auch bei der Düngung gelten andere Regeln.
mehr ...