Eine Laune der Natur

Foto: Hoff
Diese merkwürdig verformte Blüte einer Sonnenblume wuchs bei einer Gartenfreundin in Berlin. Sie wunderte sich nicht schlecht, und die Redaktion vom „Gartenfreund“ wunderte sich mit ihr. Also befragten wir unseren Pflanzenschutzexperten Christoph Hoyer, was es mit diesem seltsamen Phänomen auf sich hat. Lesen Sie hier seine Antwort.
„Die Sonnenblume gehört zu den Korbblütlern, bei denen die eigentliche Blüte aus einer Vielzahl von Einzelblüten besteht. Bei Sonnenblumen, Astern und Margeriten sind am Rand des Blütenbodens Strahlenblüten angeordnet, die meist auffällig gefärbt sind und Insekten anlocken sollen. Diese Strahlenblüten sind steril, d.h. sie enthalten weder Staubgefäße noch Griffel mit Samenanlagen.
Die Blütenorgane, die für die Vermehrung wichtig sind, befinden sich in den Röhrenblüten, die bei der Sonnenblume normalerweise unscheinbar sind und in ihrer Gesamtheit den meist braunen Teller in der Mitte der Blüte bilden.
Gelegentlich entstehen bei einzelnen Pflanzen anstelle von Röhrenblüten auffällige Strahlenblüten, so wie es auf dem Bild zu sehen ist. Was die genaue Ursache dieses in der Natur immer wieder vorkommenden Phänomens ist, lässt sich nicht genau sagen.
In der Zierpflanzenzüchtung nutzt man solche Veränderungen der Blüte, um Sorten mit gefüllten Blüten hervorzubringen, wie es sie ja auch bei Sonnenblumen gibt. Bei Sommerastern und Dahlien hat die Pflanzenzüchtung überwiegend Sorten mit gefüllten Blüten hervorgebracht, es gibt aber auch halbgefüllte und ungefüllte Sorten, bei denen die gelbe oder auch grüne Blütenmitte aus Röhrenblüten besteht.“
Stand:01.01.2009







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