Wildpflanzen: das Märzveilchen
Foto: Breder |
Geschichte, Kultur und Medizin
Im Mittelalter galt das Märzveilchen als Symbol der Demut und der Bescheidenheit.Doch von jeher stand es auch im Zeichen der Liebe und wurde zum häufig verwendeten Liebesboten. Napoleon z.B. sandte seiner Frau Josephine jedes Jahr Veilchenbuketts zum Hochzeitstag.
In unzähligen Liedern und Gedichten berühmter Künstler wie Mozart, Goethe oder Rilke, wird das Veilchen besungen und beschrieben. Auch heute verweisen die kleinen Gewächse noch auf innige Zweisamkeit: So lautet der Name für den 15ten Hochzeitstag „Veilchenhochzeit". Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, locken z.B. „Kandierte Veilchen" zum gemeinsamen Mahl.
Darüber hinaus hat das Märzveilchen als Heilmittel Tradition: Die Pflanze hilft bei Erkältungen, Bronchialkatarrhen, Heiserkeit und Husten. Doch aufgepasst: Ein Tee, der aus dem Wurzelstock bereitet wird, ruft Brechreiz hervor.
|
Vermehrungskünstler
Mit ihren oberirdischen Ausläufern erschließen sich die kleinen Gewächse rasch neues Terrain. Obwohl der Veilchenduft Insekten anlockt und die Blütenbesucher auch mit Nektar belohnt werden, kommt es auf diesem Wege selten zur Bestäubung. Im Sommer erscheinen noch einmal unauffällige Blüten, die geschlossen bleiben und sich selbst bestäuben. Für die Verbreitung der Samen sorgen Ameisen, die sich an einem nährstoffreichen Samenanhängsel (Elaiosom) laben.Das Märzveilchen mag es leicht schattig, der Boden sollte ausreichend Nährstoffe bieten und nicht zu trocken sein. Seine Verbreitung reicht von Mitteleuropa über den Mittelmeerraum bis nach Kleinasien.
Christiane Breder
Stand:01.02.2003







Social Bookmarks