Wahrheit oder Irrtum?
Foto: Breder Gottesanbeterinnen sagt man eine kannibalische Gesinnung nach, doch nicht jedes Männchen wird nach vollzogenem Geschlechtsakt vom Weibchen verspeist |
„Wahrheit oder Irrtum?“, unter diesem Motto wollen wir in lockerer Folge Beispiele aus der „Gerüchteküche“ der Natur vorstellen – und natürlich klären, ob es sich um eine wahre Begebenheit oder tatsächlich um ein „Gerücht“ handelt. Die Redaktion wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Gottesanbeterinnen fressen Männchen während der Paarung
Sex and crime üben seit jeher eine enorme Faszination aus. Kein Wunder, dass das Liebesgebaren der Gottesanbeterin immer wieder mit lüsternem Gruseln in allen Einzelheiten ausgebreitet wird:
Wie das große Weibchen auf Beute lauert, die es blitzschnell mit seinen lang bedornten Fangarmen erbeutet! Wie sich das viel kleinere Männchen langsam von hinten anpirscht, um schließlich schnell auf den Rücken seiner Partnerin zu springen! Wie sich die Enden der Hinterleiber finden! Und wie, grausiger Höhepunkt, nach stundenlanger Paarung die Fresslust des Weibchens die Oberhand über die geschlechtliche gewinnt (falls Insekten dergleichen empfinden) und es, mit dem Kopf beginnend, den Ehepartner noch während der Vereinigung zu verspeisen anfängt! ...
Dergleichen kommt vor, doch lange nicht so regelmäßig wie früher angenommen. Wenig Chancen haben die Männchen allerdings im kleinen Beobachtungsterrarium des Insektenforschers. Hier lassen sie ihr Leben ungleich häufiger als in freier Wildbahn, wo sie sich nach vollzogenem Akt besser in die Büsche schlagen können.
Quelle: Schmid, Ulrich: „275 Irrtümer über Pflanzen und Tiere“. Kosmos Verlag, Stuttgart. ISBN 3-440-09028-0. (Das Buch ist leider nicht mehr im Handel erhältlich; Stand: Mai 2009).
Stand:01.04.2008







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