Gartenpraxis Gut zu wissen Tipps zum Gärtnern Gesundes im eigenen Garten erzeugen

Gesundes im eigenen Garten erzeugen

 
Kartoffeln, frisch aus der Erde geholt, lassen sich gut im Keller lagern
Vor kurzer Zeit habe ich einen Vortrag gehört, der als große und wichtige Neuerung beweisen sollte, was Gartenfreunde eigentlich schon immer wussten: Gut ist es, sich von den Garten- und Feldprodukten zu ernähren, die an Ort und Stelle wachsen. Das schont die Umwelt, indem lange Transportwege vermieden werden und der Einsatz chemischer Mittel verringert wird. Außerdem führte die Vortragende aus, dass frische Waren und gut gelagertes Wintergemüse die geringsten Vitaminverluste aufweisen.

Als ich mit meinem Nachbarn darüber sprach, meinte er, mein Obst- und Gemüseplan sähe aber mager aus. Da damals, im Juni, die Erdbeerernte beendet war und wir ein wenig Zeit zum Klönen hatten, besprachen wir einmal einen Plan für ein ganzes Jahr! Folgende Abkürzungen verwende ich für die Lagermethoden:


Sandlager = S
Tiefkühltruhe = F
Trockenprodukte = T
Eingelegt = E
Frischverzehr = G
Keller = K


Januar

Auf dem Speiseplan stehen:
Äpfel, Kartoffeln: K
Möhren, Rettich, Rote Beete, Sellerie, Steckrüben: S
Grünkohl, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Feldsalat, Porree: G
Erbsen, Bohnen, Große Bohnen, Spinat, Blumenkohl, Brokkoli: F
Grünkohl, Erd-, Johannis-, Stachelbeeren, Sauerkirschen: F
Him- und Brombeeren, Holunder: F
Gurken, Paprika, Salzbohnen: E
Heil- und Gewürzkräuter: T
Kräuter und Früchte in Essig, Öl oder Schnaps.

Frische Gurken aus dem eigenen Garten sind ein Genuss. Eingelegt bereichern sie auch den Speiseplan im Winter.

Februar

Siehe Januar. Vielleicht lassen sich schon Keimsprossen aus Gemüsesamen genießen.

März

Weitgehend wie Januar. Vorgetriebener Schnittlauch steht schon zur Verfügung.

April

Langsam werden die Wintervorräte aufgebraucht. Ende des Monats sprießen schon Rhabarber, Spinat und Radieschen unter einem Folientunnel.

Mai

Jetzt wird es Zeit, die letzten Gemüse aus dem Sandlager zu holen. Frisch gibt es nun Salat, Spinat, Mairüben, Radieschen, Rhabarber, Scher- und Sprossenkohl, Spargel, Teltower Rübchen und Rauke.

Juni

Es locken früher Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli, Salate und Spargel. Gegen Ende des Monats lassen sich neue Kartoffeln ernten.

Juli

Einen reich gedeckten Tisch bietet der Juli mit Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Salat, Neuseeländer Spinat, Blumenkohl und Brokkoli. Auch frühe Möhren, Erd- und Himbeeren, frühe Johannisbeeren, Spitzkohl, Gurken, die ersten Tomaten, Kohlrabi und Stachelbeeren munden jetzt. Süßkirschen und evtl. schon Sauerkirschen bereichern das schmackhafte Angebot.

Bei all diesen Sommerprodukten sollte der vorsorgende Gartenfreund natürlich auch an den Wintervorrat denken. Manches lässt sich einfrieren, Obst wird zu Saft gepresst oder zu Marmelade und Gelee eingekocht, Senf- und Salzgurken werden eingelegt – so kommt keine Langeweile auf.

August

Nun lassen sich Äpfel, Birnen, frühe Pflaumen, Sauerkirschen sowie die meisten Früchte und Gemüse wie im Juli ernten.

September

Zwetschen und Holunder bereichern jetzt die Speisekarte. Die Gemüse- und Obstpalette ist so reichhaltig und bunt wie in keinem anderen Monat. Auch Brombeeren und Herbsthimbeeren kommen hinzu.

 
Ob Salat oder Tomaten oder, oder ... :

Im Kleingarten lässt sich eine Vielzahl von Gemüsearten und -sorten anbauen

Oktober

Jetzt ist die Hauptzeit, Vorräte anzulegen. Die Kürbisse nicht vergessen! An einem warmen und trockenen Platz halten sie sich bis Mai. Verspeisen Sie jetzt alles Gemüse und Obst, was sich nicht zum Lagern eignet, weil es z.B. etwas beschädigt oder nicht einwandfrei ist. Endivien – alle Arten –, China-, Weiß- und Rotkohl werden im Frühbeet eingeschlagen. Sie sollten noch so viel Fenchel wie möglich frisch essen.

November

Einiges steht noch auf den Beeten oder wird aus dem Einschlag verbraucht.

Dezember

Wie im Januar. Frischkost und die Vorräte aus dem eigenen Garten sichern einen abwechslungsreichen Speiseplan.

Fazit

Gemüse und Obst sollte man bevorzugt immer dann essen, wenn es verfügbar ist. Als Frischprodukte haben sie die meisten Vitamine und Wirkstoffe und sind besonders gesund. Außerdem sind Früchte und Gemüse, die mit natürlichen Methoden gezogen wurden, weniger belastet. Alle Früchte und Gemüse zu allen Zeiten zu haben, bedeutet dagegen eine große Umweltbelastung durch lange Transportwege rund um die ganze Erde.

Heinrich Leumer


Stand:01.01.2003


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