Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln

Foto: Hoyer
Kraut- und Knollenfäule: beginnender Befall am Blatt. Der weiße Belag auf dem absterbenden Gewebe besteht aus Sporen.
Wenn innerhalb kurzer Zeit das Kartoffellaub abstirbt, ist norma- lerweise der Erreger der Kraut- und Knollenfäule die Ursache. Dieser bedeutende Pilz verursacht regelmäßig Schäden am Kartoffellaub. Bei frühen Sorten ist im Juli die Knollenentwicklung meist schon abgeschlossen, sodass Infektionen sich auf den Knollenertrag nicht so stark auswirken.
Bei späteren Sorten bewirkt der Verlust des Laubes aber deutliche Ertragsausfälle. Da es leider noch keine geeigneten Kartoffelsorten mit entsprechender Resistenz gegenüber dem Erreger gibt, lassen sich die Kartoffeln nur durch vorbeugende Spritzungen mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln vor einem Befall mit dem Pilz schützen. Im Bio-Anbau werden hierzu Kupferpräparate eingesetzt. Kupfer reichert sich über die Jahre allerdings im Boden an und kann bei häufiger Anwendung zu Problemen führen.
Außerdem sind die in Kupferspritzmitteln enthaltenen Wirkstoffe für viele Organismen giftig und somit aus Sicht des Umwelt- schutzes nicht ganz unproblematisch.
Im Garten kann man als Kupferspritzmittel das Präparat „Cueva Pilzfrei“ (Neudorff) mit dem Wirkstoff Kupferoktanoat verwenden. „Cueva Pilzfrei“ ist übrigens identisch mit dem Mittel „Atempo Kupfer-Pilzfrei“, das ebenfalls von Neudorff vermarktet wird.
Beide Präparate sind auch gegen die Kraut- und Braunfäule der Tomate einsetzbar, die durch den gleichen Pilz verursacht wird.
Neu auf dem Markt ist das Spezialfungizid „Gemüse-Pilzfrei Infinito“ (Bayer), das zur Bekämpfung der Krautfäule an Tomate und Kartoffel zugelassen ist. Anders als der Name „Gemüse-Pilzfrei“ vermuten lässt, hat das Präparat nur die Zulassung für Tomate und Kartoffel. Gegen Falschen Mehltau an Gurke oder Echten Mehltau an Pimpinelle darf das Fungizid nicht eingesetzt werden.
Christoph Hoyer
Stand:01.07.2011





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