Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel
Ab Anfang Juli kommt es in den meisten Jahren zu ersten Infektionen mit dem Erreger der Kraut- und Knollenfäule. Dieser Pilz dringt bei länger anhaltender Blattfeuchte in das Gewebe ein. Auf den Blättern entstehen anfänglich graubraune Flecken, die sich schnell vergrößern. Innerhalb weniger Tage kann es vor allem bei feuchtwarmer Witterung zum Absterben des gesamten Krautes kommen.Angesichts des oftmals rasanten Krankheitsverlaufes sind vorbeugende Maßnahmen erforderlich, um einen Befall mit dem Pilz zu verhindern. So können Sie z.B. durch einenweiten Reihenabstand für gute Durchlüftung des Bestandes sorgen und dadurch zur Verminderung des Befallsrisikos beitragen. Bei langanhaltendem Regenwetter hilft diese kulturtechnische Maßnahme aber leider wenig.
Wer Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einsetzten möchte (siehe Tabelle), sollte dies rechtzeitig tun, bevor die ersten Befallsstellen zu sehen sind. Erfahrungsgemäß ist die erste Spritzung vor dem Schließen der Reihen durchzuführen. Danach sind Folgebehandlungen im Abstand von sieben bis 14 Tagen erforderlich, auf die nur bei sehr trockenem Wetter verzichtet werden sollte.
Vielen Gärtnern widerstrebt diese vorbeugende Behandlung, wenn noch keine Krankheitssymptome zu sehen sind. Sie entspricht aber dem Wirkungsmechanismus der Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide).
Die eingesetzten Präparate können befallenes Pflanzengewebe nicht mehr heilen. Sie sind nur in der Lage, Infektionen der Blätter mit dem Pilz zu verhindern, indem sie keimende Sporen abtöten. Aus diesem Grund muss auf den Blättern ständig ein Pflanzenschutzmittelbelag vorhanden sein.
Dieser Belag stellt einen unsichtbaren Schutzmantel auf der Pflanze dar. Er ist durch wiederholtes Spritzen aber laufend zu erneuern, da Pflanzenschutzmittel abgebaut werden und die Pflanze neue Blätter bildet, die noch nicht über eine schützende Pflanzenschutzmittelhülle verfügen.
Christoph Hoyer
Bitte beachten Sie vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die aktuelle Zulassungssituation.
| Mittel | Wirkstoff | Wartezeit in Tagen | max. Anzahl Anwendungen |
| Cueva Pilzfrei (Neudorff) | Kupferoktanoat | 14 Tage | 10 |
| Kupferkalk Atempo (Neudorff) | Kupferoktanoat | 14 Tage | 3 |
| Obst- und Gemüsespritzmittel (Scotts Celaflor) | |||
| Kupferspritzmittel Funguran (Spiess-Urania) | |||
| Cooper 45 Universal Pilz-Frei (Stähler) | |||
| Gemüse-Pilzfrei Polyram WG (Scotts Celaflor) | Metiram | 14 Tage | 5 |
| Polyram WG Garten Pilzfrei (Stähler) | |||
| Pilz-frei Polyram WG (COMPO) |
Stand:01.07.2005





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