Gartenpraxis Pflanzenschutz Krankheiten Monilia-Spitzendürre an Kirschbäumen

Monilia-Spitzendürre an Kirschbäumen

Im April stehen die meisten Obstbäume in Blüte. Zu diesem Zeitpunkt denken die wenigsten Gartenfreunde an Krankheiten und Schädlinge, die oft erst im Laufe des Frühjahrs zu erkennen sind.

Mit den ersten warmen Frühlings­tagen erwachen aber nicht nur die Obstgehölze aus der Winterruhe, sondern auch viele Schaderreger, die junge Blätter infizieren, oder Schädlinge, die aus ihren Winterverstecken schlüpfen. Einer dieser Krankheitserreger, der fast jedes Jahr zu Schäden an Sauerkirschen führt, ist der Erreger der Monilia-Spitzendürre. In manchen Jahren werden auch Süß- und Zierkirschen befallen.
Nach einem normalen Austrieb kann man beobachten, dass plötzlich ein großer Teil der Blüten braun wird und abstirbt. Kurz darauf trocknen die jungen Triebe ein. Nicht selten sterben ganze Zweigpartien ab. Die vertrockneten Blüten und Blätter bleiben den Sommer über am Baum hängen.

Vor allem ältere Bäume mit langen „Peitschentrieben“ werden stark befallen. Solche Bäume sollten einen radikalen Rückschnitt erhalten, den die Sauerkirsche gut verkraftet.

Der Monilia-Pilz dringt über die Blüte in die Pflanze ein. Niederschlagreiches Wetter während der Blüh­periode begünstigt die Infektionsbedingungen für den Krankheitserreger wesentlich.

Seine Bekämpfung sollte in zwei Schritten erfolgen. Zuerst sind alle abgestorbenen Triebe noch vor Blüh­beginn bis in das gesunde Holz zu­rückzuschneiden. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur sinnvoll, wenn vorher die Schnittmaßnahmen sorgfältig durchgeführt werden. Sorgt während der Blütezeit feuchte Witterung für günstige Infektionsbedingungen, können dann zwei bis drei Spritzbehandlungen mit dem Präparat „Teldor“ (Bayer) folgen.

Die in der Vergangenheit eingesetzten Mittel „Baycor Spritzpulver“ (Bayer) und „Spezial Pilz-Frei Monizin“ (Stähler) sind im Handel nicht mehr verfügbar, da ihre Zulassung abgelaufen ist. Vorhandene Restbestände können noch bis Ende 2006 aufgebraucht werden.

Die erste Spritzung erfolgt kurz vor dem Öffnen der Blüten zum Stadium „Weiße Knospe“, die zweite während der Vollblüte. Bei verzögerter Blüte durch nasskaltes Wetter kann eine dritte Spritzung zum Blühende (wenn die Blütenblätter fallen) sinnvoll sein.

Es wird zwar immer wieder von widerstandsfähigen Sauerkirschsorten (z.B. ,Gerema’) berichtet, die nicht von dieser Krankheit befallen werden sollen. In der Praxis zeigen diese neuen Sorten aber ebenfalls einen deutlichen Befall.

Christoph Hoyer

Bitte beachten Sie vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die aktuelle Zulassungssituation.

Stand:01.04.2005



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