Gartenpraxis Pflanzenschutz Krankheiten Pflanzen schützen: Neuanlage von Erdbeerbeeten

Neuanlage von Erdbeerbeeten

Bei der Neuanlage von Erdbeerbeeten an die Pflanzengesundheit denken

Foto: Hoyer 
Symptome der Lederfäule, die vom gleichen Erreger (Phytophthora cactorum) hervorgerufen wird wie die Rhizomfäule

Der günstigste Zeitraum für die Pflanzung neuer Erdbeerbeete liegt zwischen Mitte Juli und Mitte August. Bei späteren Pflanzungen ist im Folgejahr mit deutlich geringeren Fruchterträgen zu rechnen. Leider ist die Erdbeerkultur aus Sicht des Pflanzenschutzes eine etwas problematische.

Wenn im Sommer einzelne Pflanzen welken, sind meist Wurzel- oder Rhizomfäulen die Ursache. Wurzelfäulen erkennt man an abgestorbenen Wurzeln, die sich grau oder schwarz verfärben und morsch werden.

Häufiger als die Schwarze Wurzelfäule tritt, vor allem auf schwe­ren und verdichteten Böden, die Rhizomfäule auf. Bei dieser Erkrankung wird, wie der Name schon sagt, das Gewebe des Rhizoms geschädigt. Wenn man das Rhizom einer erkrankten Pflanze mit einem scharfen Messer schräg anschneidet, erkennt man die Krankheit an der rotbraunen Verfärbung des ansonsten weißen Gewebes.

Bei kühler Witterung ist der Befallsverlauf schleppend, und die Pflanzen können sich sogar wieder etwas erholen. Sie bleiben aber in ihrer Gesamtentwicklung deutlich hinter gesunden Erdbeerpflanzen zurück.

Der Schadpilz kann mit Hilfe dickwandiger Dauersporen viele Jahre im Boden überleben und führt daher – bei häufigem Erdbeeranbau auf gleicher Fläche – zu einer langfristigen Verseuchung des Bodens.

Der Erreger der Rhizomfäule verursacht neben der Welke auch eine Fruchtfäule, die im Jahr 2007 deutlich zu beobachten war. Diese Lederfäule lässt die Früchte zäh und ledrig werden. Infizierte Früchte sehen manchmal noch fast gesund aus. Der eigenartig bittere Geschmack weist aber deutlich auf die Erkrankung hin. Mit etwas Übung und einem guten Geruchssinn lassen sich beim Pflücken befallene Früchte anhand ihres muffigen Geruchs identifizieren.

Das Unterlegen von Stroh bietet einen recht guten Schutz der Früchte vor Infektionen. Die Früchte liegen trocken, und der für die Infektion bedeutsame Bodenkontakt sowie die Verschmutzung mit Spritzwasser werden verhindert. Bei der Anlage neuer Erdbeerbeete sollten Sie Flächen, auf denen in den vergangenen Jahren Erdbeeren gestanden haben, meiden, was im Garten häufig auf Schwierigkeiten stößt.

Leider gibt es bisher noch keine Sorten mit entsprechender Widerstandsfähigkeit gegenüber dem bodenbürtigen Krankheitserreger. Derzeit werden einige Neuzüchtungen getestet, die auch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber der Rhizomfäule erwarten lassen.

Bis Sorten, wie beispielsweise ‘Florence’ oder ‘Symphony’, die für den Freizeitgärtner erhältlich sind, können Sie nur durch möglichst optimale Kulturbedingungen das Wachstum der Erdbeeren optimieren. Dazu gehören neben dem schon erwähnten Fruchtwechsel eine gleichmäßige Wasserführung und die Vermeidung von Bodenverdichtungen.

Zusätzlich zu diesen Kulturmaßnahmen besteht noch die Möglichkeit, die Erdbeerjungpflanzen durch eine Tauchbehandlung mit einem Pflanzenschutzmittel vor Infektionen zu schützen. Dafür sind folgende Präparate mit dem Wirkstoff Fosetyl zugelassen: „Spezial-Pilzfrei Aliette“ (Scotts Celaflor) und „Spezial-Pilzfrei“ (Bayer).

Die Jungpflanzen werden vor dem Auspflanzen entsprechend der Gebrauchsanleitung 15–20 Minuten in der Fungizidbrühe getaucht. Übrig gebliebene Brühe entsorgen Sie am besten, indem Sie sie für eine Gießbehandlung anfälliger Ziergehölze, z.B. Rhododendron (Rhododendron), verwenden.

Christoph Hoyer

Bitte beachten Sie vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die aktuelle Zulassungssituation.




Stand:01.08.2007


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