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Nashornkäfer live im Kleingarten



Foto: Bröer 
Wertvolles "Fundstück" im Komposthaufen: ein weiblicher Nashornkäfer

In der November 2005 hat unser Autor Dr. Bernd Augustin über Nashornkäfer als Helfer im Kompost berichtet. Dass das Ganze nicht nur Theorie ist, sondern im Kleingarten tatsächlich erlebt werden kann, zeigt die Zuschrift eines Lesers aus Berlin-Pankow:

Sehr geehrter Herr Dr. Augustin, in diesem Jahr habe ich im Komposthaufen eine relativ hohe Anzahl von Engerlingen festgestellt. Dann machte ich einen beson­deren Fund im Komposthaufen. Nachdem ich Ihren Beitrag gelesen habe, gehe ich davon aus, dass es sich um ein Nashornkäfer-Weibchen handelt. Bei dem anderen Bild vermute ich, dass es sich um den gleichen Käfer in einem Larvenstadium handelt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir meine Vermutungen bestätigen könnten. Für weitere Empfehlungen zur Behandlung der Käfer wäre ich dankbar.“

Hier die Antwort unseres Exper­ten Dr. Bernd Augustin:
„Sie haben wirklich gute Aufnahmen gemacht! Und Sie liegen mit Ihrer Vermutung vollkommen richtig: Es handelt sich um Nashornkäfer! Auf dem Bild oben ist der weibliche Käfer sehr gut zu erkennen. Bei dem anderen Tier (links) handelt es sich ebenfalls um einen Nashornkäfer, und zwar im Puppenstadium. Aus diesen Puppen schlüp­fen im Frühjahr die Käfer und fliegen aus.

 
Foto: Bröer 
Puppenstadium des Nashornkäfers
Nun zur weiteren Vorgehensweise: Setzen Sie den Kompost im Frühjahr (nicht vor Mai) vorsichtig um, und sieben Sie ihn mit einem Kompostsieb durch. Sammeln Sie die Käfer und die Puppen getrennt von den Larven ab. Setzen Sie die Larven dem neuen Komposthaufen zu – sie werden sich sofort ‚vergraben’.

Die Käfer und Puppen bringen Sie so in den fertigen Kompost aus, dass die Tiere sich mit eigener Kraft durch­graben und bei höheren Temperaturen den Kompost verlassen können, aber bis dahin nicht ‚frieren’ müssen. Dazu lege ich ein Brett schräg in die Flanke des gesiebten Kompostes, gebe etwas Kompost darunter, setze die Käfer hinein und decke sie leicht ab. Dann haben sie die Kompostwärme von allen Seiten. Das Brett nimmt den Druck durch die Erd­lasten weg, und die Tiere können sich leichter ausgraben.“



Stand:01.08.2006


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