Gartenpraxis Pflanzenschutz Tipps zum Pflanzenschutz Das Gartenjahr 2009 im Rückblick

Das Gartenjahr 2009 aus Sicht des Pflanzenschutzes

Foto: Hoyer 

Nach einem ungewöhnlich kalten Winter mit lang anhaltendem Bodenfrost waren im Laufe des Frühjahrs vermehrt Frostschäden zu beobachten.

Besonders auffällig waren die Schäden am Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Bei strahlungsrei­chem Januarwetter kam es zu Verbrennungen an Laub und jungen Trieben, sodass die Sträucher teilweise nur noch braune Blätter hat­ten. In den meisten Fällen trieben die geschädigten Gehölze wieder aus, und heute ist kaum noch etwas von diesen Frostschäden zu sehen.

Zu starken Ausfällen durch Frost kam es allerdings bei Buchsbaum (Buxus) in Töpfen, Kübeln und Con­tainern. Viele dieser Pflan­zen über­lebten den Winter nicht, wäh-rend Pflanzen, die im Gartenboden stan­den, kaum Erfrierungen zeigten.

So mancher Gartenfreund hatte angesichts der niedrigen Temperaturen sicherlich die Hoffnung, dass auch viele Schädlinge diesen Winter nicht überleben würden. Bei der Sitkafichtenlaus an Blaufichten traf diese Vermutung zu. In allen anderen Fällen hat der Dauerfrost die Vitalität der Schädlinge nicht sonderlich beeinflusst.

Ende März begann mit fast sommerlichen Temperaturen der Frühling. Dank der warmen Witterung der folgenden Wochen entwickelte sich die Vegetation sehr zügig. Die Obstblüte erfolgte ohne Verzögerungen und blieb in diesem Jahr auch weitgehend von Spätfrösten verschont.

Erstaunlich war der geringe Befall mit Blattläusen an Strauch- und Baumobst. So wurden z.B. die Süß- und Sauerkirschen im Mai kaum von Schwarzen Kirschen­blatt­läusen befallen, und auch an Johannis- und Stachelbeeren war der Befallsdruck mit Blattläusen im Frühjahr gering. Ursache hierfür war nicht der kalte Winter, son­dern die trocken-warme Frühlings­witterung.

Deutlich stärker als in anderen Jahren war dagegen das Auftreten von Gallmilben. Es konnten schon sehr früh an diversen Laubgehölzen Filzgallen beobachtet werden, und auch an Pflaumen und Birnen war ein teilweise früher und starker Befall mit Beutelgallmilben bzw. Pockenmilben zu verzeichnen.

Mit der kühleren und in manchen Regionen auch deutlich feuchte­ren Witterung gegen Ende Mai begann dann auch langsam die Blattlausentwicklung, sodass sich ab Mitte Juni diese Schädlingsgruppe gut vermehren konnte.

Viele Blattfleckenpilze wie Apfelschorf, Sternrußtau an Rosen oder die Blattbräune an Platanen fanden mit Beginn des kalendarischen Sommers gute Entwicklungsbedingungen.
 
Echter Mehltau trat zwar bei an­fälligen Apfelsorten sehr frühzeitig auf, im Laufe des Sommers gab es mit Vertretern aus dieser Pilzgruppe an Gehölzen, Sommerblumen und Stauden aber nur wenig Probleme.
 
Ab Ende Mai bis in den Hochsom­mer hinein war der Apfelwickler ohne Unterbrechung aktiv, sodass  auch Spritzungen häufig nicht den gewünschten Erfolg zeigten und ein erheblicher Teil der Ernte „wurmstichig“ war.

Im Gemüsegarten zeigten Zwiebeln schon im Frühling eigenartig verdrehte Schlotten. Auch junge Lauchpflanzen zeigten ähnliche Symptome, blieben in der Entwick­lung zurück und gingen häufig ganz ein. Ursache hierfür war ein starker Befall mit der Lauchminierfliege. Dieser Schädling ist schon seit einigen Jahren sehr aktiv, trat bisher aber in erster Line durch den Befall des erntereifen Porrees im Herbst in Erscheinung.

Natürlich verging auch dieses Gartenjahr nicht ohne Meldungen über neue oder gefährliche Schad­erreger. Es gab eine ganze Reihe von Pressemitteilungen zum Ci­trus­bockkäfer, der allerdings nur in einigen ganz wenigen Fällen an importierten Fächerahornbäumchen gefunden wurde. In Gärten, Parkanlagen oder gar im Wald hat sich dieser Schädling, ebenso wie der ebenfalls aus Fernost stammende Asiatische Laubholzbockkäfer, bisher nicht angesiedelt.

Auch kam es bisher nicht zu ei­nem massenhaften Befall mit dem Buchsbaumzünsler, über den mehr­fach berichtet wurde.

Christoph Hoyer



Stand:01.11.2009


Social Bookmarks

Twitter Facebook studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg

Lästige Ameisen vertreiben

 
Ameisen „melken“ Blattläuse – so heißt es im Volksmund. Was sich genau dahinter verbirgt, ob die Tiere schaden und ob man etwas unternehmen muss, darüber informiert die Landwirtschafts-
kammer Nordrhein-Westfalen.
mehr ...

Obstsorte online bestimmen

 
Der BUND Lemgo hat im Internet eine Datenbank aufgebaut, die bei der Bestim-
mung von Obstsorten helfen soll.
mehr ...

Bezugsquellen

 
Was immer Sie im Garten brauchen - hier finden Sie Ihre Lieferanten
mehr ...