Gartenpraxis Pflanzenschutz Tipps zum Pflanzenschutz Das Gartenjahr 2011 aus Sicht des Pflanzenschutzes

Das Gartenjahr 2011 aus Sicht des Pflanzenschutzes

Foto: Hoyer 
Den Frostschaden an diesem
jungen ‘Topaz’-Apfel erkennt man gut an dem Korkgürtel

Anders als in den beiden Vor­jahren zeigten sich nach dem schnee­reichen, vielerorts trüben und relativ kalten Winter nur wenige Frostschäden.

Trockenes und sonniges Frühjahr
Das Frühjahr begann überwiegend sonnig und in vielen Regionen Deutschlands auch ausgesprochen trocken. Wie schon in den vergangenen Jahren sorgte dieses Wetter für frühen und teilweise auch starken Befall mit dem Echten Mehltau an Ziergehölzen und anfälligen Ap­felsorten.

Blattfleckenerreger, wie Sternrußtau an Rose oder Schorf an Ap­fel und Birne, hatten dagegen in dem trockenen und warmen Frühjahr schlechte Wachstumsbedingungen.

Extrem viel Blattläuse
Auffällig anders als in den beiden letzten Jahren war die früh einsetzende Blattlausentwicklung an vielen Obst- und Ziergehölzen. Die Schädlinge sorgten nicht nur für Verkrüppelungen an Trieben und Blättern, sondern auch für starke Verschmutzungen unter den Gehölzen durch den in großen Mengen ausgeschiedenen Honigtau, der Terrassen, Gartenmöbel und un­ter Bäumen parkende Autos ver­klebte.

Obstblüte „davongekommen“
In den Nächten vom 3. bis zum 5. Mai gab es deutliche Nachtfröste. Die Obstblüte war dank der milden Aprilwitterung zu diesem Zeitpunk schon abgeschlossen. Dafür verursachten die Minustemperaturen in vielen Regionen erhebliche Frostschäden an jungen Kirschen und Äpfeln. Der frostempfindliche Austrieb der Walnuss wurde geschädigt, und in den Weinbauregionen zerstörte der Frost ebenfalls die jungen Triebe der Rebstöcke.

Insgesamt war der Monat Mai sehr trocken. Allerdings gab es immer wieder in einzelnen Regionen heftige Niederschläge und auch Hagel. Auf leichten Böden zeigten sich zum Teil die ersten Trockenschäden, da hier die Wasserreserven aufgebraucht waren.

Foto: Hoyer 
Der jungen Kirsche ist eindeutig zu kalt geworden

Außer dass Echter Mehltau auftrat, spielten Pilzkrankheiten das ganze Frühjahr über eine untergeordnete Rolle. Sogar der regelmäßig auftretende Birnengitterrost war in vielen Fällen nur schwach vertreten.

Sommerregen mit Pilzinfektionen
Im Juni gab es dann die von vielen Gärtnern ersehnten Niederschläge, die allerdings  sehr unregelmä­ßig verteilt und dann oftmals auch unwetterartig niedergingen.

Mit den feuchteren Witterungsbedingung entwickelten sich jetzt die oben schon erwähnten Blattfleckenpilze. Gut zu sehen war das am Kirschlorbeer. Nachdem sich das junge Laub im Frühling ohne Schrotschussbefall entwickeln konnte, zeigten sich jetzt deutliche Infektionen.

In den kühlen und wenig von der Sonne verwöhnten Sommermonaten Juli und August bereiteten Rostpilze gelegentlich Probleme, wie das Beispiel des Pflaumenrosts zeigt. Auch der Apfelschorf holte in der Entwicklung auf, und Schnecken kamen aus ihren Verstecken. Mit etwas zeitlicher Verzögerung stellte sich dann auch Krautfäule an Kartoffel und Tomate ein.

Äpfel und Birnen früh reif
Spätsommer und Frühherbst brach­ten noch einmal sommerliche Temperaturen, sodass Äpfel und Birnen schon sehr früh reif wurden und sich späte Gemüsearten gut entwickeln konnten. Das galt leider auch für Apfelwickler, Kohlmottenschildlaus und die Lauchminierfliege.

Vom starken Blattlausbefall im Frühling abgesehen war 2011 ein Gartenjahr, in dem der Krankheits- und Schädlingsbefall sich in den üblichen Grenzen hielt.

Christoph Hoyer


Stand:01.12.2011


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