Rückblick aus Sicht des Pflanzenschutzes
Foto: Hoyer
Schnecken - hier bei der Paarung - haben im Gartenjahr 2007 reichlich ihr Unwesen getrieben
Das Jahr ist zwar nach dem Kalender noch nicht ganz abgeschlossen, mit dem Monat November ist allerdings die Vegetationszeit beendet. Rückblickend hat dieses vom Wetter her recht extreme Gartenjahr auch deutlich sichtbaren Einfluss auf die Gesundheit der Gartenpflanzen mit sich gebracht.
Das Frühjahr, das mit z.T. sommerlichen Temperaturen zeitig begonnen hatte, führte schon sehr früh zu einer starken Vermehrung von Rosenblattläusen, Zikaden und anderen saugenden Insek-ten. So wundert es nicht, dass schon im April ein starkes Schädlingsauftreten für den Sommer prognostiziert wurde. Auch Marienkäferlarven waren schon sehr frühzeitig an extrem von Blattläusen befallenen Pflaumen und Schlehen zu beobachten.
Allen Vorhersagen zum Trotz veränderte sich das Schädlingsauftreten aber sehr bald, und schon Mitte Mai war es mit dem heftigen Blattlausbefall vorbei, da das nass-kalte Wetter die Vermehrung dieser Schädlinge schnell bremste und für viele Wochen kaum Blattläuse zu finden waren.
In Folge dieser Entwicklung fehlte es im gesamten Sommer auch an solchen Nützlingen, die sich überwiegend von Blattläusen ernähren. Marienkäfer und Schwebfliegen waren in den Gärten daher ebenso selten zu sehen wie die Mehrzahl der Schmetterlinge, deren Entwicklung der nasse Sommer ebenfalls deutlich gebremst hat. Von den Unmengen an Larven des Kleinen Fuchses, die ebenfalls im April/Mai schon an Brennnesseln (Urtica) zu sehen waren, haben nur wenige die Entwicklung zum fertigen Schmetterling geschafft.
Auch die Gespinstmottenlarven, die einen frühen und guten Start im Jahr hatten, wurden vom schlechten Wetter massiv dezimiert, sodass es nicht zu stärkeren Fraßschäden kam. Spinnmilben, die im Freiland und vor allem in Kleingewächshäusern regelmäßig zu Schäden führen, hatten in diesem Sommer keine Chance, ihr Unwesen zu treiben.
Ganz anders entwickelten sich allerdings all die Schaderreger, die Feuchtigkeit lieben und denen kühlere Temperaturen wenig ausmachen. So wird 2007 sicherlich vielen Kleingärtnern als ein Jahr mit starkem Schneckenaufkommen in Erinnerung bleiben.
Blattfleckenpilze wie Sternrußtau und Apfelschorf fanden ab Mitte Mai optimale Entwicklungsbedingungen. Diese Pilzkrankheiten entwickelten sich im Laufe des Sommers dann allerdings deutlich langsamer als befürchtet, sodass es nur in einzelnen Fällen zu einem sehr starken Befall kam. Extreme und sehr frühe Infektionen mit der Kraut- und Knollenfäule gab es dagegen bei Kartoffeln.
Das Jahr 2007 hat damit deutlich gezeigt, dass das Schaderregerauftreten zwar stark witterungsabhängig ist, sich aber – so wie das Wetter auch – schlecht über längere Zeit vorhersagen lässt.
Christoph Hoyer
Stand:01.11.2007





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