Gartenpraxis Pflanzenschutz Tipps zum Pflanzenschutz Pflanzen schützen: Tipps für November

Das Jahr 2008 aus Sicht des Pflanzenschutzes

Wenn im November Rückblick auf die Gartensaison 2008 gehalten wird, sind neben dem Witterungsverlauf auch Krankheits- und Schäd­lingsbefall immer wieder Thema. Im vergangenen Jahr wurden wir von Witterungsextremen weitgehend verschont. Auffällig war der frühe Vegetationsbeginn, der zum Teil für eine sehr frühe Obstblüte sorgte.

Die relativ milde Witterung führte zwar schon Anfang März zu einem Schlüpfen der Blattläuse aus ihren Wintereiern, die Schäden, die die Blattläuse dann in den kommenden Wochen an Gehölzen verursachten, hielten sich aber in Grenzen. Auch der Befallsverlauf bei wichtigen Pilzerkrankungen, wie Apfelschorf, Sternrußtau an Rose und Kraut- und Braunfäule der Tomate, war unspektakulär.

Pilz Taphrina pruni schädigt Blutpflaumen
Auffällig dagegen war eine Erkrankung an Blutpflaumen, die in diesem Jahr erstmalig in diesem Umfang beobachtet wurde. Nach der Blüte kam es zu einem ungewöhnlich starken Blattfall. Die jungen Triebe zeigten eigenartige Verdrehungen. Als Ursache für diese neuartigen Schäden wurde der Pilz Taphrina pruni bestimmt, der als Erreger der Narren- oder Ta­schenkrankheit der Zwetsche bekannt ist.

Aufmerksame Naturbeobachter werden festgestellt haben, dass in diesem Sommer nur sehr wenige Schmetterlinge in den Gärten unterwegs waren. Schon im April fiel auf, dass an Brennnesseln nicht wie gewohnt die dunklen Larven des Kleinen Fuchses zu finden waren.

Foto: Breder 
Schmetterlinge, wie beispielsweise auch der Admiral, waren in diesem Jahr ein seltener Anblick


Kaum Schmetterlinge in 2008
Und so verwunderte es nicht, dass im Sommer diese bekannte Schmet­terlingsart und auch andere Vertreter aus der Gruppe der Edelfalter, wie Tagpfauenauge und Admiral, kaum zu finden waren. Den Kleinen Kohlweißling konnte man ab Juli im Garten jedoch häufiger antreffen.

Die schwache Schmetterlingsentwicklung dieses Sommers zeig­te sich auch bei den sonst im Mai und Juni oft anzutreffenden Gespinstmotten. Die Larven dieses Kleinschmetterlings fressen normalerweise jedes Jahr an Schlehe und Pfaffenhütchen. In diesem Jahr waren diese gefräßigen Raupen eher selten.

Warum die Schmetterlinge in diesem Sommer so rar waren, ist unklar. Eventuell hat der kühle und nasse Sommer 2007 dazu geführt, dass die Schmetterlinge sich nicht ausreichend vermehren konnten und somit stark geschwächt ins neue Jahr starteten.
Christoph Hoyer


Stand:01.11.2008


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