Gartenpraxis Pflanzenschutz Schädlinge Im Portrait: Borkenkäfer

Im Portrait: Borkenkäfer

 
Foto: Hilfert 
Der Kupferstecher ist an Nadelbäumen zu finden
Der Erreger
Borkenkäfer sind kleine, meist braun bis schwarz gefärbte Käfer, die sich in die Rinde von Bäumen einbohren und zwischen Rinde und Holz Fraßgänge anlegen. An Nadelbäumen
treten häufig der bis zu 5 mm große Buchdrucker und der etwas kleinere Kupferstecher auf.

An Laubgehölzen sind etwa der große und kleine Obstbaum-Splintkäfer, sowie der kleine und der ungleiche Holzbohrer anzutreffen. Im Jahr entstehen je nach Käferart ein oder zwei, in  trockenwarmen Jahren zum Teil auch drei Generationen. Typischerweise werden vorgeschädigte und geschwächte Bäume befallen. Diese verströmen Duftstoffe, durch die die Käfer angelockt werden. Ansonsten sind gerade gesunde Nadelbäume meist in der Lage, Käfer, die sich einzubohren versuchen, mit ihrem Harz zu ersticken.

Foto: Hilfert 
Fraßschäden von Borkenkäfern
Schadbild

Durch den Fraß der Käfer-Larven werden Leitungsbahnen des Baums zerstört, sodass  befallene Stämme, Äste oder Zweige kümmern, vorzeitig Laub abwerfen und absterben 
können. Befallene Äste weisen Einoder Ausbohrlöcher auf, manchmal ist auch Bohrmehl zu  finden. Einige Borkenkäfer leben mit Pilzen vergesellschaftet, die eine Holzfäule hervorrufen. Ausgehend von befallenen Bäumen werden häufig aber auch benachbarte gesunde Bäume besiedelt. Bäume, die bei trocken-heißer Witterung unter starkem Wassermangel leiden, sind ebenfalls anfällig für Borkenkäfer. Zudem ist trocken-warme Witterung während der  Vermehrungszeit günstig für die Entwicklung der Käfer. Auch Bäume, die frisch gepflanzt wurden, sind oft anfällig für Borkenkäfer.


 
Foto: Hilfert 
Ausbohrungen von Borkenkäfern
Vorbeugung und Bekämpfung

Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die richtige Standortwahl für die Pflanzen, sowie  optimale Nährstoff- und Wasserversorgung der Bäume. Absterbende Äste sollten möglichst entfernt werden. Stark befallene Bäume sollten spätestens im Frühjahr vor dem Schlupf der nächsten Käfergeneration gefällt und das Holz oder zumindest die Rinde aus dem Garten  entfernt werden. Eine direkte Bekämpfung von Borkenkäfern am stehenden Baum ist nicht möglich. Das im Forstbereich praktizierte Aufstellen von Lockstoff-Fallen ist im Haus- und Kleingarten nicht sinnvoll, da im direkten Umkreis der Fallen durch die Lockwirkung der Befallsdruck eher noch erhöht wird.


Gregor Hilfert

Pflanzenschutzdienst Hamburg



Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der Pflanzenschutzberatung des Pflanzenschutzdienstes Hamburg

montags 12–16 Uhr und
freitags     8–12 Uhr oder

telefonisch unter  0 40/4 28 41-5220
oder per Mail: gregor.hilfert@bwa.hamburg.de




Stand:25.08.2009


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