Den Boden schonend bearbeiten – aber wie?
Es tut sich was bei den Motorhacken
Foto: agria Leise durch den elektrischem Antrieb arbeitet die neue agria Motorhacke agria 1000E. Die robusten Hackmesser und die stufenlos regelbare Hackwellendrehzahl ermöglichen eine optimale Anpassung an die jeweiligen Bodenverhältnisse. |
Das wichtigste Hilfsmittel in einem kleinen Garten, wo der Boden mit Maschinen bearbeitet werden soll, ist die Motorhacke. Je nach Hacktiefe des Gerätes kann bis in Spatentiefe gegraben oder auch nur oberflächlich gehackt werden, um die Bodenoberfläche zu lockern und gleichzeitig das Wachstum von Unkraut zu verhindern. Die langsam drehenden Schneiden schonen den Boden, und die Maschinen ersetzen vielfach das schweißtreibende Umgraben.
Das grobe Aufreißen des Bodens verlangt nach langsam drehenden Hackmessern, das feine Krümeln des Bodens dagegen nach hoher Drehzahl. Um diesen gegensätzlichen Anwendungszielen gerecht zu werden, muss die Drehzahl der Hackwelle deshalb in einem großen Drehzahlbereich variiert werden können.
Technische Eigenschaften weiter verbessert
Bisher schien es so, dass die Geräte sehr ausgereift sind und in technischer Hinsicht keine entscheidenden Verbesserungen mehr möglich sind. Nun haben sich gleich zwei bekannte Anbieter auf dem deutschen Markt die Verbesserung der technischen Eigenschaften von Motorhacken zum Ziel gesetzt, nämlich agria, Möckmühl, und Honda, Offenbach. Sie stellten Anfang September 2004 auf der Internationalen Gartenfachmesse in Köln ihre Neuheiten vor.
agria setzt dabei auf den Elektromotor (Induktionsmotor) als Antriebsquelle für die Hacken „agria 500 E“ („Farmhandy E“) und „agria 1000 E“. Elektromotoren verwenden andere Anbieter auch.Doch das Geheimnis sitzt im und um den Motor: Spezielle Wicklungen verleihen den Motoren und damit auch den Hackwerkzeugen große Kräfte. Selbst bei kleinsten Drehzahlen wirken bereits sehr hohe Drehmomente.
Die robusten Hackmesser und die stufenlos regelbare Hackwellendrehzahl – sowohl vorwärts als auch rückwärts – ermöglichen eine optimale Anpassung an die jeweiligen Bodenverhältnisse. Da kein Kuppeln und kein Schalten erforderlich sind, bieten die Geräte einfache und sichere Handhabung.
Hier noch einige technische Daten zu beiden Modellen:
agria 550E (Farmhandy E): Lenkholm werkzeuglos umklappbar; 30 cm Arbeitsbreite mit Hackwerkzeug (Durchmesser 18 cm); 24 kg Gewicht; Schutzscheiben, Spornrad und Bremssporn sowie Tragegriff als serienmäßiges Zubehör; Rasenlüfter und Vertikutieranbausatz als Anbaugeräte.
agria 1000E: Lenkholm werkzeuglos höhen- und seitenverstellbar; 45/70 cm Arbeitsbreite mit Hackwerkzeug (Durchmesser 30 cm); 52 kg Gewicht; Schutzscheiben, Frontlaufrad, Verbreiterungssatz als serienmäßiges Zubehör; Häufeleinrichtung als Anbaugerät.

Foto: Honda
Die Honda-Motorhacken FF300 (hier im Bild) und FF500 fallen schon vom Aussehen her auf. Mit ihrem neuen Konzept erleichtern sie die Arbeit mit der Motorhacke erheblich.
Bei Honda sind es die neuen Motorhacken „FF300“ und „FF500“, die mit einem völlig neuen Konzept ab Herbst 2004 auf den Markt kommen werden. Beide Gerä-te zeichnet ein niedriger Schwerpunkt aus. Das ist besonders wichtig, weil damit die Auf-und-ab-Bewegung einer Hacke bei der Bodenbearbeitung neutralisiert wird. So werden selbst schwere Böden bearbeitet, ohne dass die Motorhacke springt. Für den Bediener bedeutet das eine erheblich leichtere Handhabung.
Die beiden auffallenden, sehr schmalen, aber ungewöhnlich groß dimensionierten Räder werden permanent angetrieben und sorgen für Vortrieb. Beide Modelle verfügen über drei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Wird das Differential entsperrt, kann die Maschine ohne Kraftaufwand auf der Stelle gedreht werden. Die Entkoppelung von Hacksatz und Vortrieb vereinfacht den Ortswechsel.
Die gegenläufig arbeitenden Hackmesser arbeiten sich in den Boden ein. Als Arbeitsbreite kann bei der Hacke FF300 zwischen 29 oder 45 cm und beim Modell FF500 zwischen 36 oder 55 cm gewählt werden. Der An- und Abbau der Zinken am Hacksatz ist durch Lösen eines Bolzens schnell erledigt.
Bisher wurde die Bearbeitung stiefe bei Motorhacken über den Hacksporn reguliert. Je nach Bodenart oder -verdichtung war das aber nicht immer konstant bzw. erforderte es einen erheblichen Kraftaufwand, die Hacke zu halten oder „auf Tiefe zu bringen“.
Bei Honda übernimmt die Regulierung jetzt das Frontrad. Es ist in vier Stufen verstellbar und sorgt für eine konstante Bearbeitungstiefe, die je nach Gerätetyp bei maximal 160 bzw. 200 mm liegt.
M. K.
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Stand:01.10.2004






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