Kinder im Garten Aktion Kinderbeet

Aktion Kinderbeet

 
Foto: Sadlo-Hein 
Ein Beet im Kleingarten bietet die Möglichkeit, Kinder an die Natur heranzuführen
Gärtnern ist gar nicht so schwer! Vorausgesetzt man traut sich, neue Dinge nicht nur aus zweiter Hand zu erleben, sondern sie auch alleine oder mit Freunden selbst auszuprobieren. Der Mai ist ein guter Monat, um erfolgreich die ersten Gartenexperimente zu starten: Die Erde ist warm und feucht, Samen und Pflänzchen explodieren geradezu vor Wachstumsfreude. Was jetzt gepflanzt und gesät wird, ist bis zu den Sommerferien erntereif oder hält mit wenig Pflege durch bis nach den Ferien. Die beste Zeit also, um mit seinen Kindern das grüne Glück zu wagen.

Beetgröße und notwendiges „Handwerkszeug":

  • ein sonniges Stück im Garten oder in der Kleingartenanlage, zirka 80 x 120 cm groß, reicht völlig aus, um ein oder zwei Kinder zu beschäftigen. Wer mehr Platz hat, kann natürlich auch ein größeres Beet anlegen.
  • Zollstock, Holzpflöcke und Schnur zum Messen
  • vier Bretter oder Rundhölzer zur Eingrenzung, um das Beet als etwas Besonderes hervorzuheben
  • Kompost oder andere organische Materialien zur Bodenverbesserung
  • Grabegabel, Gartenrechen, Gießkanne


Foto: Sadlo-Hein 
Der Kleingärtnernachwuchs bei der Arbeit: Ein eigenes Beet zu bewirtschaften, macht vielen Kindern Spaß

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Für den Anbau vieler Pflanzen sind besondere Fachkenntnisse erforderlich, damit sich die gewünschte Frucht oder Blüte einstellt. Daher entmutigen komplizierte Fruchtfolgen, intensive Pflege und wetterempfindliche Pflanzen schnell den kleinen Anfänger.

Vor allem üppig sollen die Pflanzen sein, schnell wüchsig und möglichst wenig empfindlich. Ganz wichtig ist es daher, zu wissen, was man möchte und sich im Vorfeld etwas mit den Platzbedürfnissen und Ansprüchen der Pflanzen zu beschäftigen.

Folgende Sorten lassen sich einfach kultivieren und eignen sich auch für den ungeübten Kleingärtner-Nachwuchs:

Mais
Die Körner werden in der ersten Maihälfte in 5 cm tiefe Furchen in einem Abstand von 10 cm gelegt. Die kräftigsten Pflänzchen bleiben in einem Abstand von 30 bis 40 cm stehen. Erntezeit ist nach den Ferien ab September. Da die Pflanzen relativ hoch wachsen, ist es wichtig, darauf zu achten, dass andere Pflanzen noch genügend Licht bekommen.

Kürbis und Zucchini
Ab Mitte Mai werden zwei bis drei Samen im Abstand von 1 m in ein Loch gesteckt. Vorsicht! Kürbisse und Zucchini brauchen viel Platz! Das sollten Sie bei der Größe des Kinderbeetes berücksichtigen. Zur Dekoration eignen sich auch Zierkürbisse, die etwas weniger Platz benötigen.

Sonnenblumen
Anfang Mai drücken Sie einfach zwei bis drei Samen in ein 3 cm tiefes Pflanzloch, mehr brauchen Sie nicht zu tun. Doch aufgepasst: auch Sonnenblumen brauchen viel Platz und sollten in einem Abstand von 50 cm bis zum nächsten Nachbarn stehen.

Bohnen und Erbsen
Die Aussaat erfolgt direkt vor Ort, am besten nach den „Eisheiligen" (11. bis 13. Mai in Norddeutschland, 12. bis 15. Mai in Süddeutschland), an denen oftmals der letzte Spätfrost zu uns gelangt. Bohnen sollten Sie in Pflanzrillen säen. Die Pflänzchen dürfen sich nicht näher als 5 cm kommen, der Reihenabstand sollte zirka 40 cm betragen.

Duft und Würze

Lassen Sie sich eine Kräuterkiste mit fertigen Pflanzen auf dem Markt zusammenstellen. Besonders Mittelmeerkräuter lieben reichlich Wärme. Kleine Findlinge oder Platten zwischen den Pflanzen helfen den Sonnenkindern, Wärme zu speichern.

Auch Steckzwiebeln lassen sich problemlos pflanzen. Wer nur das leckere Lauchgrün ernten will, kann in Abständen von zwei Wochen nachstecken. Das gelingt bestimmt!

Säen wie die alten Indianer

Die alten Indianer glaubten, dass jede Pflanze sich den für sie richtigen Platz erobert. Also säen Sie ruhig einmal in bunter Mischung. Damit dieses nicht so schwer fällt, gibt es im Gartenfachhandel zahlreiche fertige Mischungen mit so schönen Namen wie „Schmetterlingswiese" oder „Amerikanische Landblumenmischung". Die Blüten locken später viele Insekten oder Marienkäfer an und laden zur Beobachtung ein.

Schnorren bei Freunden, Eltern und Nachbarn

Wer selbst Pflanzen vorzieht, hat häufig viel zu viele Töpfchen mit Samen aus einer einzigen Tüte gefüllt. Die überzähligen sind zum Wegwerfen eigentlich viel zu schade. Kinder freuen sich bestimmt über die vorgezogenen Pflänzchen.

Marianne Sadlo-Hein


Stand:01.05.2003


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