Kleingartenwesen Lehr- und Versuchsgärten Natur pur in Lehrgärten erleben

Natur pur in Lehrgärten erleben

Gerade in der heutigen von Medien geprägten Gesellschaft hat ein Lehr- bzw. Lern- und Versuchsgarten einen hohen Stellenwert" sagt Hartmut Clemen, Leiter des Beratungszentrums FlorAtrium des Landesverbandes (LV) der Gartenfreunde Bremen, und zeigt die vielfältigen Chancen und Möglichkeiten eines solchen Lehrgartens auf.

Doch nicht nur der LV der Gartenfreunde Bremen, sondern auch der LV Braunschweig der Kleingärtner und der LV Westfalen und Lippe der Kleingärtner haben einen Lehr- und Versuchsgarten, in dem Veranstaltungen stattfinden, Projekte und Ausstellungen durchgeführt werden und in dem sich interessierte Gartenfreunde – ob Kleingärtner oder „nur" Besucher – über alles, was mit dem Thema „Natur" zu tun hat, informieren können.

Im Folgenden stellen die genann­ten Landesverbände ihre Lehr- und Versuchsgärten im kurzen Portrait vor. Für weitere Fragen stehen Ihnen die im Text genannten Ansprechpartner zur Verfügung.

4500 m² mit spannenden Ideen

Foto: Clemen 
Auf 4500 m² präsentiert der Landesverband Bremen der Gartenfreunde in seinem Lehr- und Versuchsgarten zahlreiche Facetten des ökologischen Gartenbaus


Auf einer Fläche von 4500 m² werden im Lehr- und Versuchsgarten des LV Bremen viele Bereiche des ökologischen Gartenbaus dargestellt. Ob Gemüse- oder Obstanbau, ob Kompostwirtschaft, Anlage eines Teiches oder einer Dachbegrünung – vielfältig sind die Themen, über die sich die Besucher hier informieren können.

Bei der Frage „Mama, woher kommt eigentlich Honig?" hilft der Bienenstand weiter, der gern für Lehrzwecke genutzt wird, um (nicht nur) dem Nachwuchs die Vielschichtigkeit der Natur zu vermitteln. Daneben können Interessierte bei den Staudenrabatten gelungene Pflanzenkombinationen bestaunen, sich in der „Sonnenfalle" eine Verschnaufpause gönnen oder sich u.a. über den Bau von Wegen und Trockenmauern informieren.

Ihr Ansprechpartner:
Hartmut Clemen, Telefon: 0421/25 59 26

Lehr- und Lerngarten erweitert

Foto: Archiv LV Westfalen 
Ob im Lehr- und Versuchsgarten oder in der Landesschule des LV Westfalen und Lippe der Kleingärtner � für alle Besucher gilt das Motto �Herzlich willkommen�


Im Rahmen der Erweiterung des alten Lehr- und Lerngartens des LV Westfalen und Lippe der Kleingärtner sind in diesem Jahr auf ­einer Fläche von 900 m² neue Gestaltungsbereiche entstanden. Dazu gehören ein kleiner Wassergarten, Natursteinmauern, Rank­gerüs­te, ein Rankpavillon, Holzpodeste zum Verweilen und eine große, ­begehbare Kräuterpyramide aus Sandstein.

Und das sind die Gartenthemen im neuen Garten: Dahlien – kleine und große Sorten, Zwiebeln in allen Variationen, Duftkräuter, einjährige Kletterpflanzen, Schattenstauden und Wildobstgehölze.

Der neue Garten schließt nahtlos an den alten Gartenteil an, der 1996 zeitgleich mit der Landesschule entstanden ist. Nur wenige Schritte sind es vom Unterrichtsraum bis in den Garten, sodass unsere Referenten Theorie und Praxis der Fachberatung auf insgesamt 3000 m² Gartenfläche leicht kombinieren können.

Ein Lehrbienenstand zeigt die ­enge Verknüpfung des Kleingartenwesens mit der Imkerei. Ein ­Naturteich lädt zum Verweilen ein. Neugierige Besucher stecken ihren Kopf in den Summstein und genießen die leisen Summ­töne.

Auf einem Beet wachsen essbare Stauden und Sommerblumen in Mischkultur. Auf anderen Beeten erleben sie Stauden- und Gräser-Kombinationen, dekoratives Gemüse und, und, und.

Ihr Ansprechpartner:
Werner Heidemann,
Telefon: 02306/942940

Wissen in Theorie und Praxis vermitteln

Foto: Simon 
Die Mädchen und Jungen des Kindergartens �Kleine Raupe� haben bei ihrem Besuch im Lehr- und Versuchsgarten des LV Braunschweig viele duftende Kräuter beschnuppert und Apfelbäume bestaunt, die nicht größer waren als sie selbst


Der Lehr- und Versuchsgarten des LV Braunschweig der Kleingärtner wurde vor über 50 Jahren angelegt. Der Verband wollte die praktische Fachberaterausbildung optimieren.

Auf einer Fläche von heute 8600 m² werden alle im Kleingarten üblichen Kulturen beispielhaft angebaut. Ziel ist es, Neues auszuprobieren, mit Bewährtem zu vergleichen und die gewonnenen Erkenntnisse interessierten Gartenfreunden und angehenden und amtierenden Fachberatern in Theorie und Praxis zu vermitteln.

Im Garten werden u.a. Düngeversuche durchgeführt und die Erträge verglichen. Widerstandsfä­hige neue Obstsorten müssen sich gegenüber den alten Sorten bewähren. Das Obstrevier beherbergt heute ca. 160 Obstbäume, davon allein 60 verschiedene Apfelsorten! Bis zu 12 Erdbeersorten stehen jährlich im Vergleichsanbau.

In den vergangenen Jahren sind die verschiedensten naturnahen ­Lebensräume entstanden, so z.B. eine großzügig angelegte Natursteintrockenmauer mit einem üppigen Angebot von wertvollen Stein­gartenpflanzen. Duftende Küchenkräuter und verschiedene Heilpflan­zen wachsen im Kräutergarten, den eine Kräuterspirale aus Kalknatursteinen ziert. Lebensräume für Wildbienen, Florfliegen und Hummeln wie auch ein Bienenstand tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei und sollen für eine gesicherte Bestäubung der Obst- und Ziergehölze sorgen.

Alle diese Stationen sind zu einem Lehrpfad mit einem behindertenge­rechten Wegesystem untereinander verbunden, sodass vermehrt auch Rollstuhlfahrer den Lehrgarten ­besuchen. Zu den Besuchern zählen neben interessierten Haus- und Kleingärtnern aus der gesamten Bundesrepublik auch Schulen für Behinderte und Kindergärten.

Ihr Ansprechpartner:
Helmut Vetter,
Telefon: 0531/373321



Stand:01.11.2005



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