Kleingartenwesen Podiumsdiskussion: „Interkulturelle Kleingärten in Niedersachsen“

Podiumsdiskussion:
„Interkulturelle Kleingärten in Niedersachsen“


Foto: Roemer 
Diese beiden machen dem Namen „Gartenfreund“ alle Ehre


Toleranz ist ein Wort, mit dem sich Deutsche durchaus gerne rühmen. Toleranz aber hat für die Gar­tenfreunde, die sich jetzt in Hannover-Ahlem an der Podiumsdiskussion zum Thema „Interkulturel­le Kleingärten in Niedersachsen“ beteiligten, eine neue, oder richtiger, eine kronkretere Bedeutung bekommen. „Denn tolerieren bedeu­tet, etwas zu dulden, mit Nachsicht hinzunehmen“, machte Podiumsmitglied Dr. phil. Anwar Hadeed deutlich.

Als einer der ganz wenigen Ausländer im Saal der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau wusste der Wissenschaftler der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg aus eigenem Erleben, dass er nicht seine Fehler toleriert bekommen will, sondern dass er akzeptiert werden will, weil er etwas richtig gemacht hat – oder eben kritisiert werden will, wenn er etwas falsch gemacht hat.

Dieses Beispiel soll stellvertretend für all die kleineren und größeren Probleme stehen, die aufgrund mangelnden Verständnisses oder purer Unbedachtheit unter Gartenfreunden unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen entstehen können und in zahlreichen Beispielen zur Sprache kamen.

Miteinander reden, auf die Menschen zugehen, sich selbst die Mü­he geben, fremde Kulturen begreifen zu lernen – das sind einige der handfesten Ratschläge, die Gartenfreunde aus Hannover mitnahmen. Wie das in der Praxis aus­sehen kann, davon wussten auf dem Podium Dietmar Klepatz vom Landesverband der Gartenfreunde Bremen und Manfred Weiß vom Landesverband Braunschweig der Gartenfreunde zu berichten.

Was sonst noch alles zur Integration ausländischer Mitbürger beitragen kann, konnten Doris Bon­kowski vom Büro für Migrationsan­gelegenheiten und Christina Müller-Wille vom Büro der Arbeiterwohl­fahrt der Stadt Osnabrück aus ih­rer täglichen Arbeit beitragen.

Viele Erfahrungen werden gemacht, oft leider die gleichen negativen aufgrund der gleichen Feh­ler. Das aber könnte vermieden werden, meinte Arzu Altnä vom Büro des Bürgermeisters Hannover, Integration und Agenda 21, würde man eine Art von Handreichungen erar­beiten, welche Aufgaben und Herausforderungen auf Vereine zukommen, die sich mehr und mehr für ausländische Mitbürger öffnen wollen.

Aus dem „Für Menschen aus nah und fern“ könnte mit dem festen Wil­len zum Dialog bald eine Veranstaltung folgen mit dem Titel „Mit Menschen aus nah und fern“, brachte Organisator Joachim Roe­mer vom Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde seine Hoffnungen auf den Punkt. Immerhin war dies schon die zweite Po­diumsveranstaltung zu brandaktuellen Themen, die die drei Landesverbände Niedersachsen, Braun­schweig und Ostfriesland der Gar­tenfreunde gemeinsam initiiert hatten und die großen Zuspruch bei den Vereinen fand.

Gitta Stahl,
Verlag W. Wächter


Stand:01.10.2008